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Lesart prüfen: Was steht da wirklich?
Ein Wort aus einem alten Brief, eine Vermutung: Die Feder schreibt sie in Sütterlin — daneben die Wörter, die genauso aussehen könnten (n/u, e/n, f/ſ).
Du hast ein Wort in einem alten Brief, einer Urkunde oder einem Kirchenbuch vor dir und eine Vermutung, was es heißt. Tippe sie ein: Die Feder schreibt sie in Sütterlin — und daneben die Lesarten, die in dieser Schrift genauso aussehen könnten, weil sich n und u, e und n, f und ſ zum Verwechseln ähneln. Dann vergleiche mit deinem Original.
Deine Lesart
Beispiele: Muhme, Wittib, Taufe, Häusler
So schreibt es die Sütterlin-Ausgangsschrift von 1922 — vergleiche mit deinem Original.
Wörter, die genauso aussehen könnten
Echte Wörter, die sich von deiner Lesart nur in Verwechslern unterscheiden — n und u, e und n, f und ſ, g und p, die Umlautzeichen. Welches passt zu deinem Original? Ein Klick macht es zur neuen Lesart.
Die Verwechsler je Buchstabe — der Katalog, nach dem die Wörter bestimmt werden: ein Wort gilt als Lesart, wenn es sich von der Vermutung nur in solchen Paaren unterscheidet.
- n → u, e, m
- u → n, ü
- e → n, i
- m → n, w
- w → m, v
- v → w
- i → e, j
- j → i
- t → l, f
- l → t
- f → s, h, t
- h → f
- s → f
- g → p
- p → g
- a → ä
- ä → a
- o → ö
- ö → o
- ü → u
- L → K, R
- K → L, R
- R → L, K
- N → M
- M → N
- B → V
- V → B
Die klassischen Verwechsler
Die Paare, an denen das Entziffern am häufigsten hängt — nebeneinander geschrieben, mit dem Merkmal, das sie unterscheidet.
- ſ und f — Das f trägt oben eine Schleife und in der Mitte den Querstrich; das lange ſ läuft oben spitz zu und hat beides nicht. Das ſ steht am Silbenanfang und im Silbeninneren, das runde s nur am Silbenende. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: ſ · f)
- n und u — n und u sind formgleich — das u trägt zur Unterscheidung einen kleinen Bogen über sich. Fehlt er, ist es ein n. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: n · u)
- e und n — Das e erinnert an ein n, steht aber enger: zwei schmale Züge, wo das n zwei gleich weite Bögen hat. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: e · n)
- s und ſ — Das runde s steht nur am Silben- und Wortende (das), im Wortinneren schreibt man das lange ſ (leſen) — ein rundes s mitten im Wort zeigt meist eine Silbengrenze an. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: s · ſ)
- t und l — Das t hat einen Querbalken und keine Schleife; das l steigt mit einer Schleife auf. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: t · l)
- h und f — Das h hat oben eine Schleife und unten eine Unterlängen-Schleife, aber keinen Querstrich — der gehört zum f. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: h · f)
- m und n — Das m hat drei Züge, das n zwei — in flüchtiger Schrift hilft nur Zählen. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: m · n)
- g und p — Das g schließt unten eine runde Schleife, das p geht mit geradem Abstrich unter die Zeile und trägt seinen Bogen rechts oben. (Schriftprobe auf der Webseite, live geschrieben: g · p)
Weiter
Synthese, klar gekennzeichnet — nachgebildete Schrift aus der Sütterlin-Ausgangsschrift von 1922, kein historisches Original. Briefe des 19. Jahrhunderts stehen in der stärker geneigten Kurrent mit Schwellzug; die Buchstaben sind dort schräger und in den Längen anders proportioniert, die Grundformen und ihre Verwechsler aber dieselben.
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